AD(H)S-Kinder brauchen Belohnungen

Unmittelbare Belohnungen wirken fast so gut wie Medikamente

Test mit Computerspiel: Das Gehirn von Kindern, die an der Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) leiden, reagiert auf unmittelbare Belohnungen fast so gut wie auf Medikamente.

Kinder, die an ADHS leiden, fallen durch Impulsivität auf, haben Probleme sich zu konzentrieren, sind leicht reizbar und launisch. Viele erhalten zur Therapie den Wirkstoff Methylphenidat (Medikamentenname Ritalin). Er hemmt die Hyperaktivität und steigert dadurch die Aufmerksamkeit, sodass die Kinder sich besser im Griff haben und die Motivation steigt, Leistung zu erbringen.

Ein Wissenschaftler-Team der Nottingham-Universität ließ betroffene Kinder ein Computerspiel machen. Punkte sammelte, wer möglichst viele Außerirdische einer bestimmten Farbe „fing“ und Außerirdische einer anderen Farbe ignorierte. Die Forscher maßen mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) die Gehirnaktivität der Spieler. Sie wollten sehen, ob sich eine sofortige Belohnung auf erwünschtes Verhalten im Gehirn bemerkbar machte. In einer Variante des Spiels verfünffachte sich der Bonus für einen gefangenen Alien in der richtigen Farbe, während sich der Punktabzug für einen falsch gefangenen ebenfalls verfünffachte.

Es zeigte sich, dass der Bonus die Leistungsfähigkeit der Kinder verbesserte, wobei es entscheidend war, dass die Belohnung unmittelbar erfolgte. Allerdings funktionierte der Anreiz nicht so gut, wie es das Medikament Ritalin schaffte. Dennoch belegte das EEG, dass beide Maßnahmen – Bonussystem und Ritalin – die Gehirnaktivität in den gleichen Regionen normalisierte. Studienleiter Chris Hollis sagt, dass die Kombination aus Arzneimittel und Belohnung die besten Ergebnisse brachte. Das könnte bedeuten, dass ADHS-Kinder in einer kombinierten Therapie mit weniger Medikamenten auskämen.

Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Forscher in dem Magazin „Biological Psychiatry“ veröffentlicht.

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