Enkopresis (Einkoten)

Enuresis

In der Regel können Kinder bis zu ihrem 4. Geburtstag den Darm so beherrschen, dass sie ihn kontrolliert entleeren können. Wenn das Kind einen Drang verspürt, reagiert es, in dem es auf die Toilette geht. Ist ein Kind 4. Jahre alt und und entleer öfter als einmal im Monat oder sogar noch häufiger den Stuhl an ungeeigneten Stellen oder in der Kleidung, so spricht man von Enkopresis.

Dieses Einkoten geschieht meist tagsüber, nachts koten Kinder in der Regel nicht ein.

Kinder, die bereits sechs oder sieben Jahre alt sind und einkoten, waren zeitweise in der Lage, ihren Darm kontrolliert zu entleeren. Das Einkoten hat bei ihnen erneut angefangen. Das Einkoten ist kein außergewöhnliches Problem im Entwicklungsverlauf von Kindern.

Es tritt in mindestens drei unterschiedlichen Formen auf:

  • Aufgrund einer vorangehenden Verstopfung – große Mengen harten Stuhls lagern über Tage im Darm und werden, meist unter Schmerzen abgegeben (retentive Enkopresis).
  • Das Einkoten geht einher mit bestimmten Auslösesituationen. Wenn das Kind keine Probleme hat, kann es seinen Darm kontrolliert entleeren.  Die manipulative Enkopresis hat zur Folge, dass ein Einkoten in oder nach Situationen geschieht, in denen die Kinder verzweifelt, wütend sind oder von Angst beherrscht werden. Diese Kinder zeigen im Alltag ein provozierendes Verhalten, machen auf sich im Kindergarten oder in der Schule aufmerksam.
  • Die stressinduzierte Enkopresis geth mit einem angstauslösenden Reiz oder einer starken psychischen Belastung einher. Der abgegebene Stuhl ist breiig, bis flüssig, wie ein Durchfall.

Einkotende Kinder nehmen Signale des Verdauungstraktes erst viel später wahr als Kinder, die keine Probleme haben, ihren Darm zu entleeren. Auf erste Anzeichen des Darms reagieren von Enkopresis betroffenen Kinder nicht. Auch auf eindeutige Signale reagieren sie nicht, es findet eine Art „Verdrängung“ statt, um erst möglichst spät mit dem nicht zu verhinderten Unheil konfrontiert zu werden. Und kommt der Stuhlgang dann doch, werden die Kinder davon „überrannt“.

Wie kann man Enkopresis behandeln?

Handelt es sich um Einkoten ohne Verstopfung, folglich um eine manipulative Enkopresis, so muss man davon ausgehen, dass etwas das Kind überfordert. Dieses fühlt sich dann ohnmächtig, hilflos. Spontane Stuhlgänge wirken provokant, besonders, wenn sie in Situationen auftreten, in welchen sich das Kind nicht so verhält, wie man es von ihm erwartet, sondern einerseits zornig und andererseits erschreckend hilflos. Dieses Einkoten wird als körperlicher Kontrollverlust in einer psychischen Überforderungssituation verstanden. Es handelt sich um ein Signal, um auf bisher nicht beachtete Schwierigkeiten im Umgang mit Anforderungen oderauf  unbefriedigende Zustände aufmerksam zu machen. Die Suche nach den Ursachen für Verzweiflung, Wut oder panikartige Angst im Alltag steht an erster Stelle.

Bei der stressbedingten Enkopresis lösen Angst und ähnlich starker psychischer Druck den unkontrollierten Stuhlgang aus. Der Durchfall deutet auf eine Notfallreaktion hin – der Körper erleichtert sich, um schneller fliehen zu können oder auch anzugreifen. Diese Kinder leben in einem Millieu aus Angst und wenig Zutrauen.

Beim Einkoten mit Verstopfung muss der überfüllte Dickdarm entleert werden. Dies geschieht durch Einläufe oder Abführmittel, damit eine normale Darmtätigkeit wieder angeregt werden kann. Eine ausgwogenen Ernährung soll dazu beitragen, dass eine erneute Verstopfung ausgeschlossen werden kann.

Was können Sie tun:

  • loben sie ihr Kind nach dem Stuhlgang.
  • sehen sie sporadisch geglückten Toilettengänge inmitten vieler Einkot-Zwischenfälle nicht als Provokation an.
  • Aufklärung über die Arbeitsweise des Darms und die Problematik einer ungesunden Ernährung.
  • Ernährungsberatung (Vollkornkost, ballastreiche Kost, Rohkost, Obst, Gemüse, Flüssigkeit).
  • Achten sie darauf, wann und wie häufig ihr Kind die Toilette besucht.
  • Erstellung eines Toilettenplans: es werden feste Toilettenzeiten vereinbart. Dabei wird berücksichtigt, dass morgens direkt nach dem Aufstehen oder Frühstück sich bei vielen Kindern der Darm meldet. Auch nach der Einnahme nach einer größeren Mahlzeit signalisiert der Darm eine Entleerungsbereitschaft. Das Kind lernt, diese Signale wieder wahrzunehmen.
  • Sorgen sie für eine entspannte Toilettensituation: das Kind soll nicht unter Zeitdruck geraten, vor Störungen sicher sein.
  • Sprechen sie mit der Schule oder dem Kindergarten, informieren sie ihre Vertrauensperson darüber, dass Kind während der Therapie zu unterstützen.
  • Viele einkotende Kinder brauchen eine Behandlung psychischer Störungen – hohlen sie sich Hilfe!

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