„Neue Autorität: Das Geheimnis starker Eltern“ 2

Buch: Haim Omer / Philip Streit
„Neue Autorität: Das Geheimnis starkter Eltern“

Präsenz
– innere Präsenz: Mein Kind braucht mich, auch wenn es mir
eine gegenteilige Botschaft vermittelt.
Wenn ich präsent bin, traue ich meinem Kind
zu, Herausforderungen anzunehmen und
Lösungen zu finden.
Ich kann meinem Kind zumuten, dass es
meine Botschaften aushält.

– äußere Präsenz: „Ich bin da“ – Wir sind mit all unseren
Sinnen präsent und zeigen, dass wir unser
Kind lieben.
„Wir bleiben da“ – egal, wie lange die
Durststrecke auch sein mag.
„Wir sorgen für Klarheit“ – Regeln, Abläufe
werden festgelegt und eingehalten. Klare
Strukturen machen Eltern souverän und
stark.
„Wir leisten Widerstand gegen deine
Verhaltensweisen, die aggressiv oder
gefährlich erscheinen. Wir geben dich
jedoch nicht auf.“

Elterliche Präsenz entwickelt sich schrittweise.
– Sie entwickelt sich durch Hilfe und Beistand.
– Verzichten Sie auf Eskalation und Gewaltanwendung.
– Sie können die Gedanken Ihres Kindes nicht kontrollieren –
gewinnen Sie Kontrolle über Ihre eigenen Handlungen!
– Bleiben Sie bei Ihren Botschaften, zwingen Sie Ihr Kind
nicht, sich Ihrem Willen zu beugen!
„Ich trete innerlich einen Schritt zurück, um eine Eskalation
zu vermeiden, aber ich komme auf die Angelegenheit zurück.
Ich will mein Kind nicht besiegen, aber ich bleibe dran.“
– „Wir“ – Sie helfen Ihrem Kind gemeinsam als Eltern, sowohl
Vater, als auch Mutter.
– Führen Sie elterliche gewaltlose Widerstandsformen ein.
„Wir beziehen Stellung! Wir positionieren uns und lassen uns
nicht abschütteln.“

Elterlicher gewaltloser Widerstand:
– Ankündigung: Eltern beziehen Position – so kann es nicht
weitergehen!
Eine Ankündigung sollte schriftliche, in Briefform verfasst
werden. Fügen Sie 3-4 Verhaltensweisen ein, die Ihnen
Sorgen bereiten. z. B: „Lieber Sohn, wir lieben dich und
sorgen uns um dich. Aber wir sind mit diesen
Verhaltensweisen von dir nicht einverstanden…Wir werden
dagegen Widerstand leisten! Wir können dich nicht zwingen,
da du dein Handeln kontrollierst, aber wir werden
dagegenhalten und uns notfalls Hilfe holen, wenn die
Situation es verlangt. In Liebe, Deine Eltern.“
Dieser Brief wird zu einem vereinbarten Termin übergeben.

– Sitzstreik: wählen Sie einen ruhigen Moment für Ihren Streik.
Im Zimmer des Kindes / Jugendlichen setzen Sie sich so in
das Zimmer, dass Ihr Kind diese nicht ohne Weiteres
verlassen kann – Türnähe? (vielleicht nehmen Sie eine
weitere Person mit, als Unterstützung). Eröffnen Sie den
Sitzstreik mit den Worten „wir sitzen hier, weil wir dein
Verhalten (benennen) nicht in Ordnung finden.
Wir warten auf deine Vorschläge,
wie wir dieses Problem lösen können“. Daraufhin schweigen
Sie. Sie gehen auf keine Frage ein! Hier ist Ihre Ausdauer
gefragt.
Sollte Ihr Kind mit einer Lösung kommen, dann bedanken
Sie sich für den Vorschlag. „Wir bedanken uns und werden
uns nun zurück ziehen, um zu überlegen, wie wir weiter
vorgehen. Wir werden deinen Ideen mit einbeziehen.“

Sollte Ihr Kind keine Lösung haben, so beenden Sie den
Sitzstreik nach einer halben Stunde mit den Worten: „Wir
haben von dir keinen Vorschlag gehört, wir gehen nun. Wir
bleiben dran und kommen noch einmal auf unser Anliegen
zu sprechen.“

Wenn Ihr Kind gehen will, lassen Sie Ihr Kind gehen, wenden
Sie keine Gewalt an! Bleiben Sie die geplante Zeit im
Zimmer – so signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie
unabhängig von seiner Reaktion präsent bleiben.
Sie entscheiden, wann der Sitzstreik beginnt und, wann
endet.

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