Psychosomatische Ursachen

„Was Sie brauchen, damit es Ihnen besser geht ist nicht Hoffnung, sondern ein Verständnis dafür, was mit Ihnen gerade geschieht“ (Dr. Sarno, The Divided Mind)

 

 

Dr. Sarno, der diesen Satz geprägt hat beschäftigte sich ausgiebig mit der These, dass der Grund für chronische Schmerzen im Schulter, Rücken, Hals – Bereich auf psychosomatische Ursachen zurückzuführen ist. Körperliche Beschwerden erfolgen aufgrund von psychischen Belastungen. Laut Dr. Sarno stellt der Schmerz eine Art Ablenkung dar, damit der Betroffene sich nicht mit der eigentlichen Ursache auseinander setzen muss. Die Ursache spiegelt sich für Dr. Sarno in einer unbewussten emotionalen Belastung wieder.

Lassen Sie mich an dieser Stelle einfach ein paar Beispiele anbringen:

  • Vielleicht sind Sie gerade verheiratet, Ihre Ehe erlebt mal gute, aber auch schlechte Tage. Sie haben ein oder zwei Kinder, gehen einer Arbeit nach und versuchen Ihr Privatleben, sowie Ihre berufliche Karriere unter einen „Hut“ zu bringen. Manchmal haben Sie das Gefühl, dass Sie es geschafft haben und an manchen Tagen könnten Sie verzweifeln. Aber so ergeht es ja zahlreichen Menschen, das Leben besteht aus Herausforderungen und diese gilt es zu meistern!
  • Vielleicht haben Sie gerade die Uni beendet und suchen händeringend nach einem adäquaten Job? Nach zahlreichen Vorstellungsgesprächen haben Sie eine Arbeit gefunden, die Ihnen Freude macht und Sie arbeiten viel – manch einer würde sagen, zuviel. Sie stellen sich den täglichen Herausforderungen, ordnen sich ein in das hierarchische System der Berufswelt. Sie sind sehr gewissenhaft, leistungsorientiert und möchten vorankommen. Vielleicht werden Sie bei einer Beförderung übergangen, und das, obwohl Sie viel für diese Firma getan haben, mehr als andere.
  • Vielleicht sind Sie um die 50 oder 60 Jahre alt, ihre Kinder sind erwachsen, brauchen Sie nicht mehr so viel, wie früher. Ihr Haus wirkt leer, Sie fühlen sich nicht gebraucht, Ihnen fehlt etwas. Ihre Ehe ist nicht mehr das, was sie einmal war und Sie spielen mit dem Gedanken, zu gehen, aber etwas hält Sie zurück – ggf. eine finanzielle Abhängigkeit oder der Gedanke, dass eine neue Beziehung nach einiger Zeit auch ihren Glanz veliert? Sie sind unzufrieden und können es nicht richtig in Worte fassen. Sie stellen sich die Frage „ist das ALLES im Leben“?
  • Vielleicht haben Sie nie Kinder gehabt, wollten keine haben oder konnten es aus welchen Gründen auch immer nicht verwirklichen. Nun sind Sie an einem Punkt in Ihrem Leben angekommen, an welchem Sie Rückschau halten und einiges bedauern. Sie spüren Zweifel und Angst vor der Zukunft. Wer wird auf mich aufpassen, wenn ich mal Hilfe brauche? Das Altenheim? Mein Partner?
  • Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die den richtigen Partner noch nicht gefunden haben und sind auf der Suche. Sie gehen verschiedene Beziehungen ein mit Menschen, die Ihnen nicht guttun und hoffen, den Richtigen oder die Richtige zu treffen. Jemand, bei dem Sie sich aufgehoben fühlen.
  • Vielleicht kommen Sie aus einer Großfamilie und lieben es Menschen um sich zu haben. Die Kinderschar kann nicht groß genug sein und sie werden gebraucht und freuen sich, anderen helfen zu können.
  • Vielleicht sind Sie in Rente gegangen, haben sich von Ihren Kollegen verabschiedet und müssen sich jetzt mit den Veränderungen arrangieren, in privater Hinsicht sowie in beruflicher.
  • Vielleicht sind einige Freunde von Ihnen verstorben und Sie beschäftigen sich mit dem Alter und dem Tod und stellen fest, dass alles vergänglich ist.

 

Kommt Ihnen eines dieser Szenarien bekannt vor?

 

Jede dieser Möglichkeiten setzt unbewusste Emotionen frei, welche im Unterbewusstsein gespeichert werden. Das menschliche Unterbewusstsein ist wie ein Computer, auf welchem sämtliche Ereignisse, Situationen, Gefühle, Eindrücke, Gerüche, Erlebnisse abgespeichert werden, ohne, dass man sich dessen bewusst ist. Um sich nicht mit den eigentlichen Problemen befassen zu müssen, kreiert das Gehirn nun eine Ablenkung, den Schmerz.

Dieser Schmerz dient als Ablenkung oder auch als eine Art Schutz. Denn solange der Fokus auf dem Schmerz liegt, muss man sich nicht mit den tieferliegenden Problemen auseinander setzen, welche oftmals unliebsamer und schmerzhafter sein können, als der körperlich empfundene Schmerz.